Rogan Ailon Elfenwood Calll Rothair



WIEDER MIT DEM LANGBOGEN

Im Zeitalter des Aldebaran war die Blütezeit von
Britania fast vorbei und man erinnerte sich kaum
noch an die Tage des Lichts, welche einst das
Königreich einten und stolz erstrahlen liessen.
Diese neue Monarchie verfiel langsam. Die politische
und wirtschaftliche Lage war aussichtslos geworden.
Lord British war übernatürlich gealtert, Korruption und
Machtgier regierten nun das Reich und finstere Horden
standen täglich vor den Toren der grossen Städte.
Längst war das Land überwiegend in ihren Händen und
nur die dicken Mauern der Städte hielten sie davon ab,
die letzten Schätze Britanias an sich zu reissen.

In einer dieser Städte, der Hafenstadt Trinsic wurde ich
geboren. Meine Kindheit war geprägt von harter Arbeit.
Eines Tages - ich war 14 Jahre alt, brachen meine Eltern
zu einer Pilgerfahrt in die heiligen Hallen Britanias
auf, ich sah sie nie wieder. So kam sehr bald der tägliche
Hunger dazu und ich war allein, in dieser grossen Stadt, in
diesem niedergehenden Land mit wenig Hoffnung.

Um zu überleben, musste ich schwerste Arbeiten verrichten.
Ich schuftete mit anderen verlorenen Seelen in den Sümpfen,
vor den Toren der Stadt. Es kam täglich zu überfällen wilder
Kreaturen, welche kein Erbarmen kannten - man munkelte,
dass sie immer auf der Suche nach Sklaven waren. Eines
Tages, wir hatten gerade einen neuen Abschnitt trockenlegen
können, wurden wir von einem Orcstamm überfallen, wilde
Kreaturen von unglaublicher Stärke metzelten alles nieder
und plünderten den Versorgungswagen. Die wenigen
angeheuerten Söldner flüchteten sofort und niemand
verteidigte die Arbeiterkolonnen undso kamen fast alle um.
Mit schweren Verletzungen, ausgeplündert überlebte ich das
Massaker und schleppte mich in die Wälder. Schon als
siebenjähriger Knabe lehrte mich meine Mutter die wichtigsten
Kräuter zu finden, sowie deren Anwendung bei Verletzungen,
dies bewarte mich vor dem Wundbrannt. Als es mir wieder
besser ging, errichtete ich ein einfaches Lager im Wald und
primitive Kleintierfallen sicherten mir mein tägliches Überleben
in der Wildnis. So vergingen Wochen und eines Tages traf ich
auf einem der Wege einen alten Mann, ein Bogenbauer.
Nach einem gemeinsamen Mahl und Erzählungen am
Lagerfeuer schenkte er mir einen Eibenbogen, der
ursprüngliche Kunde
benötigte ihn nicht mehr
- ich wusst was er meinte.

So vergingen einige Jahre und ich hatte mich in der hohen
Kunst mit dem Umgang des Bogens, zu einem guten Schützen
entwickelt. Gleichfalls hatte ich meine Jagdtaktik so hoch
geschult, so dass ich alleine nichts mehr dazulernen konnte.
Ich war auch in der Lage für das ungeübte Auge gänzlich im
dunkeln zu bleiben. Ich kehrte nach Trinsic zurück und bot
dort meine Dienste als Kundschafter und Bogenschütze der
Stadtgarde an. Da ich keinen Rang und Namen hatte, wurde
mir die Aufnahme verweigert, doch einer der Beamten
verwies mich auf eine Taverne, wo täglich neue Steckbriefe
von gesuchten Mördern und Verbrechern aushingen. So jagte
ich die Gesetzlosen und brachte viele davon zur Strecke.
Nach einiger Zeit war ich ein bekannter Kopfgeldjäger mit gut
gefüllten Geldbeutel und bester Bewaffnung.
Die Stadtverwaltung ernannte mich im Namen von Lord British
zum Bogenschützen Meister. Mit dieser Auszeichnung erhielt
ich schliesslich den "Bogen der Macht", ein Bogen von
höchster Güte und Präzision.

So wurde ich langsam ein reicher Mann und errichtete
einen eigenen Bergfried im Grasland nahe der Hauptstrasse
nach Skara Brae. Eifrig ging ich meinem höchst zweifelhaften
Gewerbe nach. Eines Tages, ich kehrte gerade von einem
Streifzug zurück, traf ich auf eine Magierin, welche bei
meinem Anblick die Flucht ergriff und laut "nach der Wache"
rufend in wilde Panik ausbrach.
Nun, was soll ich berichten, hatte ich doch offenbar kurz zuvor
einen ehrbaren Bürger zur Strecke gebracht oder wie man in
Trinsic zu sagen pflegte "den Falschen erwischt" und mein
Antlitz strahlte von jedem Steckbrief im ganzen Reich.
Fürderhin wurde ich selbst zum gejagten Mörder und ich
konnte mich nicht mehr in der Öffentlichkeit bewegen.
Man trachtete mir nach dem Leben, wo ich auch auftauchte.
Das Land für einige Jahre zu verlassen war der mir einzig
verbliebene Weg. So hängte ich meine Waffen an den Nagel,
verliess Britania in der Nacht und schaute mich nicht einmal
um. Die nächsten Jahre sollte ich als einfacher Holzfäller,
jenseits des grossen Wassers verbringen. Ein junger Mann,
der vergessen werden sollte und der selbst zu vergessen
versuchte.doch es sollte nicht vollständig gelingen.

So hörte ich in der Fremde die spärlichen Berichte und
Neuigkeiten aus Britania, das Lord British gestorben war
und das nun bereits das zweite Zeitalter dem Ende zuging.
Die Versuche der Weisen, Britania zu erhalten und weiterhin
in die Zukunft zu führen, schlugen fehl. Man berichtete auch
von einem grossen Übel, dem alle Städte zum Opfer vielen.
Auf den Ruinen der Macht wurden die uralten Götter neu
geboren. Aus dem neuen Land der Hoffnung Britania wurde
erneut Albion.
Das ursprüngliche Land der Mystik,
verschleiert durch die verdrängten Nebel von Avalon.
Es wollte sich nicht tilgen lassen - Albion war erneut aus der
Asche gestiegen. Wir hatten versagt...

In diesen dunklen Zeiten kehre ich zurück zu Dir, Land
meiner Vorfahren.
Du sollst nun endlich blühen und nie
wieder vergehen. Möge der Zyklus irgendwann enden
und uns ein neues Zeitalter beständig erhalten. Dafür
streiten wir noch einmal, ein letztes mal. Am Ende des
Weges soll es wieder Britania sein, geeint und ewig da.